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W01: TI-2.0: Was ändert sich 2026 für Arztpraxen – und was müssen Sie jetzt tun? {#w01}

Die Telematikinfrastruktur wird 2026 grundlegend modernisiert. Welche Konnektoren betroffen sind, was ein TI-Gateway ist und was Sie jetzt tun müssen – der Überblick für Arztpraxen.Wer in den letzten Monaten seine KV-Nachrichten aufmerksam gelesen hat, ist vielleicht über Begriffe wie „ECC-Verfahren", „Konnektor-Laufzeitende" oder „TI-Gateway" gestolpert. Nicht jeder weiß sofort, was das bedeutet – und ob es die eigene Praxis betrifft.

Was ist TI-2.0 – und warum gibt es das überhaupt?

Die Telematikinfrastruktur – das digitale Rückgrat des deutschen Gesundheitswesens – ist über viele Jahre gewachsen. Konnektoren wurden installiert, Zertifikate ausgestellt, Laufzeiten verlängert. Irgendwann stoßen Systeme an ihre Grenzen. Das Verschlüsselungsverfahren, das viele Konnektoren heute noch nutzen, ist eines davon.

Bisher hat die TI mit RSA-Verschlüsselung gearbeitet, einem Verfahren, das jahrzehntelang als Standard galt. Mit TI-2.0 stellt die gematik auf ECC (Elliptic Curve Cryptography) um – ein moderneres, sichereres Verfahren, das gleichzeitig deutlich effizienter ist.

Die Umstellung ist nicht optional. Sie ist Pflicht. Und sie hat direkte Konsequenzen für alle Praxen, die noch ältere TI-Komponenten betreiben.

Welche Konnektoren sind betroffen?

Nicht alle Konnektoren müssen getauscht werden. Entscheidend ist, ob Ihr Gerät das ECC-Verfahren unterstützt.

Betroffen sind vor allem Konnektoren, die ausschließlich auf RSA basieren – insbesondere Geräte, deren Laufzeit bereits einmal verlängert wurde, von fünf auf sieben Jahre. Diese Geräte können technisch nicht auf ECC aufgerüstet werden. Ihre Laufzeit endet unabwendbar.

Die Hersteller Secunet, Rise und CGM stellen auf ihren Websites Anleitungen bereit, mit denen Sie selbst prüfen können, wann der Konnektor Ihrer Praxis abläuft. Noch einfacher: Sprechen Sie Ihren IT-Dienstleister an. Ein kurzer Blick auf das Gerät und die Verwaltungsoberfläche reicht, um Klarheit zu schaffen.

Was passiert, wenn Sie nichts tun? Ihr Konnektor verliert nach Ablauf seiner Laufzeit die Fähigkeit, sich mit der TI zu verbinden. Das bedeutet konkret: kein eRezept, keine eAU, keine ePA, kein VSDM – und damit verbundene Honorarabzüge durch die KV. Ohne Übergangsfrist.

Was ist ein TI-Gateway – und ist das die bessere Lösung?

Viele Praxen, die ohnehin einen Konnektortausch vor sich haben, fragen sich, ob der Umstieg auf ein TI-Gateway nicht die sinnvollere Wahl ist. Die Antwort: Meistens ja.

Ein TI-Gateway funktioniert grundlegend anders als ein lokaler Konnektor. Statt eines physischen Geräts in Ihrer Praxis stellt ein TI-Gateway-Anbieter einen leistungsstarken Konnektor in einem zertifizierten Rechenzentrum bereit. Ihre Praxis verbindet sich verschlüsselt über das Internet damit – ähnlich wie beim Online-Banking.

Das bedeutet in der Praxis: keine Hardware in der Praxis, die gewartet oder getauscht werden muss, keine Laufzeitprobleme, keine Firmware-Updates, die manuell eingespielt werden müssen.

Der DGN TI-Gateway ist eine der zugelassenen Lösungen. Als zertifizierter Dienstleister vor Ort (DVO) und DGN-Partner begleiten wir Sie bei diesem Wechsel – von der Entscheidung bis zur laufenden TI-Anbindung.

Was müssen Sie jetzt konkret tun?

Erstens: Prüfen. Welche TI-Komponenten haben Sie, und wann enden deren Laufzeiten? Das gilt für den Konnektor, aber auch für Heilberufsausweise (eHBA) und Praxisausweise (SMC-B) – auch diese nutzen Zertifikate, die vom ECC-Wechsel betroffen sein können.

Zweitens: Entscheiden. Neuer lokaler Konnektor oder Wechsel zum TI-Gateway? Das hängt von Ihrer Praxisgröße, dem bestehenden Setup und Ihrer Präferenz für wartungsarme Lösungen ab. Wir beraten Sie konkret – ohne Standardempfehlung, die für alle gilt.

Drittens: Termin machen. Nicht in drei Monaten. Jetzt. Die Nachfrage nach Installationsterminen steigt, je näher Fristen rücken – Engpässe beim Fachhandel sind nicht unwahrscheinlich. Wer früh handelt, hat die Wahl. Wer wartet, hat sie nicht mehr.

Checkliste: Ist Ihre Praxis TI-2.0-ready?

[ ] Ich weiß, welchen Konnektor-Hersteller und welche Firmware-Version ich habe.

[ ] Ich weiß, wann die Laufzeit meines Konnektors endet.

[ ] Meine Heilberufsausweise (eHBA) und Praxisausweise (SMC-B) sind aktuell.

[ ] Ich habe entschieden: lokaler Konnektor oder TI-Gateway.

[ ] Ich habe einen Installationstermin mit meinem IT-Dienstleister vereinbart.

Häufige Fragen

Wann läuft mein Konnektor ab? Das hängt vom Hersteller und der Firmware-Version ab. Die Hersteller Secunet, Rise und CGM stellen Prüfanleitungen auf ihren Websites bereit. Ihr IT-Dienstleister kann das in wenigen Minuten für Sie prüfen – ein kurzer Blick auf das Gerät und die Verwaltungsoberfläche reicht.

Muss ich zwingend auf ein TI-Gateway wechseln? Nein. Wenn Ihr bestehender Konnektor ECC-fähig ist, können Sie ihn behalten. Ein Wechsel zum Gateway ist aber für viele Praxen mittelfristig die wartungsärmere und zukunftssicherere Lösung – insbesondere dann, wenn ohnehin ein Tausch ansteht.

Was passiert, wenn ich zu spät handele? Sie verlieren die Fähigkeit, TI-Anwendungen zu nutzen: kein eRezept, keine eAU, keine ePA. Die KV kann Honorarabzüge verhängen. Es gibt keine Übergangsfrist und keine Kulanzregelung.

Übernehmen Sie den kompletten Wechsel? Ja. Als zertifizierter DVO und DGN-Partner übernehmen wir die vollständige Abwicklung: Prüfung der bestehenden Komponenten, Entscheidungsberatung, Installation und Konfiguration, Registrierung bei der KV für die TI-Pauschale.

→ Mehr zum Thema: Kommunikation & Telematik | Partner DGN

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